§ 19 Wie das Dorf einen besonderen Pastor erhielt und wer sein Nachfolger gewesen

Nachdem der Pastor Köhler, der dritte seines Namens, in dem Herrn entschlafen war, entstand ein Zwiespalt unter den Patronen wegen Besetzung des Pfarramtes zu Zaunröden und Rüdigershagen. Während deshalb der Pastor Johann Friedrich Karl Heergart zu Zaunröden sein Amt antrat, präsentierte die Patronin Elise Margarethe vom Hagen den Candidat Friedrich Adolf Rath, welcher mit dem 8. Mai 1755 hieselbst sein Amt antrat und die Einnahmen der hiesigen Pfarre bezog. Eingeführt und bestätigt wurde er durch das Hannoversche Consistorium. Dieser Pastor führte anno ii post trinit. d. 10. August 1755 das jetzt noch gebräuchliche schöne Hannoversche Gesangbuch ein und wohnte in einem Hause der Kirche gegenüber, neben der jetzigen Schenke, wofür die Gemeine 21.. Miethe zahlen mußte. Es mag sich jedoch der Pastor Rath schon bald nach Verbesserung gesehnt haben, da er nur die Pfarreinnahmen von hier empfing, und es folgte seine Versetzung durch die Hannoversche Behörde anno 1759. In demselben Jahr rückte der bisherige Pastor von Zaunröden Johann Friedrich Karl Heergart in das hiesige Pfarramt mit ein, die Patronen hatten sich vereinigt und nachdem der Pastor nochmals in Hannover examiniert ward, wurde er am 31. Januar von dem Superintendant zu Osterode hieselbst eingeführt. Es war schon damals im Werke, den Pfarrbezirk von Zaunröden abzunehmen und hierher zu legen, indessen die Gemeinde von Zaunröden kam in pleno dagegen ein und es blieb beim Alten. Der Pastor Heergart, ein sehr sanfter und stiller Mann, starb am 31. Mai 1772 im 45. Jahre seines Alters. Es war der erste Pastor, der auch für das adlige Gut in Hübstedt angestellt wurde. Vier Jahre vorher, am 12. April 1768 war der Herr Schulmeister Jeremias Cotte nach 48jähriger Amtseinführung im Herrn selig entschlafen im 77. Jahre seines Alters. Im Jahre 1757 brachte die Gemeineschenke 2.. 18 gl Zins. 1761 10.. 12 gl, 1763 15.., 1765 38.., 1771 3.. 4 gl und muß die große Verschiedenheit der Einnahmen in dem ab- und zunehmenden Handelsfuhrwerks auf der Hauptstrasse von Duderstadt nach Mühlhausen seinen Grund gehabt haben, oder in wechselnden Kriegsverhältnissen. 1758 waren hier während des 7jährigen Krieges kaiserlich-österreichische Husaren, an welche 50 .. gezahlt sind. 1759 wurde von mehreren Soldaten hier geplündert. 1765 und 66 wurden für Spritze 30.. und für die Thurmuhr 32 .. von der Gemeine gezahlt. In den Jahren 1767 - 1778 wurden alljährlich einige Thaler Quartiergeld an Hannover gezahlt, welche der Quartiermeister Arnemann zu Niederjesa einnahm.

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