§ 17 Wie zu Rüdigershagen ein Gotteshaus gebaut wurde

Schon in früheren Zeiten stand auf dem sogennnten Hinterhof des adligen Gutes eine kleine Kapelle, worin der Gottesdienst gehalten wurde. Als aber die Gemeine hieselbst sich vergrößert hatte, reichte dieselbe nicht mehr aus und es wurde mitten in das Dorf auf einen freien Platz, welcher der Kirchhof wurde, im Jahre 1686 die jetzige Kirche zu bauen angefangen durch den frommen Herrn Christian Wilhelm vom Hagen. Der Bau wurde allmählich vollendet. Anno 1700 entstand der Altar in seiner jetzigen Gestalt, für welchen der gnädige Herr den großen Hostienteller, sowie den großen silbernen Kelch schenkte, mit seinen Anfangsbuchstaben gekennzeichnet. Wahrscheinlich schenkte er auch die beiden großen Altarleuchter aus Messing. Einige Jahre später erhielt die Kirche ihre jetzige Orgel, zu deren Aufbau widerrechtlich aus dem Pfarrholze 134 Klafter geschlagen und a´ Klafter 26 mgl verkauft wurden. Anno 1726 wurden die beiden adligen Priechen erbaut und an die Decke der Kirche der Spruch gesetzt: Psalm 150 V5: Lobet den Herrn mit hellen Cymbeln, lobet ihn mit wohlklingenden Cymbeln. Alles was Odem hat, lobe den Herrn; wo die unterstrichenen 3 Buchstaben den Namen C.W.v.H. andeuten sollten. Wie hoch der Bau der Kirche und des Thurmes sich belief und wer die Kosten entweder theilweise oder ganz getragen, läßt sich nicht ermitteln. Der Thurm war bereits anno 1693 fertig und wurde in dem Jahre ein Knopf darauf gesetzt, dessen die Gemeinerechnung von diesem Jahr erwähnt. Dank dem frommen, uneigennützigen Sinn unserer Vorfahren bei dem Bau unseres Gotteshauses!

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